Psychosoziales Versorgungsnetzwerk 

Metanavigation:

Hier finden Sie den Zugang zur Notfallseite, Kontaktinformationen, Barrierefreiheits-Einstellungen, die Sprachwahl und die Suchfunktion.

Navigation öffnen
  • Foto: © Charité, Wiebke Peitz

    Bild /

Unterstützung während der Corona-Pandemie

Die COVID-19- Pandemie stellt Behandlungsteams im Rahmen der Akutversorgung vor erhebliche emotionale Belastungssituationen. Einflüsse derartiger Krisensituationen auf die psychische und physische Gesundheit der Mitarbeiter*innen und die wahrgenommene Handlungskompetenz sind anhand anderer außergewöhnlich hoher Belastung gut untersucht (1). Der Begriff “Second Victim“ beschreibt in diesem Zusammenhang die Traumatisierung hoch belasteter Personen in der Patientenversorgung (2).

Mit der Zunahme an schwer erkrankten SARS CoV-2 Patientinnen und Patienten stiegen auch die emotionalen Herausforderungen für die Behandlungsteams an der Charité. Um die Mitarbeitenden zu unterstützen, die aktuelle Situation möglichst gut zu bewältigen, hat sich ab März 2020 ein „Psychosoziales Versorgungsnetz“ an der Charité gebildet. Ziel ist es, die pflegerischen und ärztlichen Teams bei der emotionalen Betreuung der Erkrankten sowie deren Angehöriger zu entlasten. Der hierfür übliche Begriff in der aktuellen Situation ist der der „Psychosoziale Notfallversorgung“(PSNV).

Das Netzwerk umfasst ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Mitarbeitenden aus allen Bereichen der sozialen, psychotherapeutischen, pflegerischen und seelsorgerischen Versorgung an der Charité.

Das Psychosoziale Versorgungsnetzwerk (PSVN) umfasst Unterstützungsangebote von Supervision, Balintgruppen, Schulungen und Fortbildungen,  telemedizinische Einzelberatungen bis zum Präsenzmodell von Psycholog*innen auf den Intensivstationen und anderen Stationen, auf denen Patient*innen mit einer SARS CoV-2 Infektion behandelt werden.

Die Integration psychosozialer Unterstützung in akutmedizinischen Behandlerteams u. a. mit dem Ziel der Prävention von psychosozialen Belastungsfolgen bei Patient*innen, ihren Angehörigen und Mitarbeiter*innen ist für den Bereich Intensivmedizin konzeptualisiert (3). Die kontinuierliche Präsenz von Psycholog*innen in akutmedizinischen Teams ermöglicht Interventionen, die breit verfügbar sind und unmittelbar mit den Abläufen der jeweiligen Behandlungsteams abgestimmt erfolgen können.

Im Rahmen der COVID-19 Pandemie wurde dieses Modell, koordiniert durch das PSVN, auf sechs COVID Intensivstationen und Normalstationen etabliert. So konnten innerhalb der jeweiligen Teams die psychosozialen Bedürfnisse von Patient*innen, ihren Angehörigen und die der Mitarbeiter*innen adressiert werden.

Literatur

(1) Petzold MB, Plag J, Ströhle A. Umgang mit psychischer Belastung bei Gesundheitsfachkräften im Rahmen der Covid-19-Pandemie. Nervenarzt. 2020;91(5):417-421.

(2) Strametz R, Raspe M, Ettl B, Huf W, Pitz A. Handlungsempfehlung: Stärkung der Resilienz von Behandelnden und Umgang mit Second Victims im Rahmen der COVID-19-Pandemie zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens. Zentralblatt Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz Ergon. 2020 Sep 2:1-5.

(3) Deffner T: Konzeptuelle Überlegungen für die psychologische Arbeit auf Intensivstationen. Anästhesie und Intensivmedizin 2017;58: 248-258.

Aktuelles aus der Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik

02.10.2021 Symposium Psychotherapeutische Versorgung in der Intensivmedizin

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die COVID-19 Pandemie hat nicht nur die Bedeutung der Intensivmedizin im Rahmen unseres Gesundheitssystems in den Fokus gerückt. Sie hat auch die besonderen Belastungen auf Intensivstationen aufgezeigt, für Patient*innen, deren Angehörige und die intensiv-medizinischen Teams, die häufig über Jahre hinweg immer wieder mit Extremsituationen konfrontiert werden. Hohe Raten an Burn-Out oder Traumafolgestörungen beim intensivmedizinischen Personal können die Folge sein. Psychologische und psychotherapeutischer Betreuung im Rahmen der Intensivmedizin kann Überlastungsreaktionen entgegenwirken und sollte Bestandteil einer integrativen Versorgung sein. Leider ist dies aber bislang in der Regel nicht gewährleistet.

Die besondere Situation durch die COVID-19 Pandemie hat diese Versorgungslücke noch einmal mehr sichtbar gemacht. Wir wollen dies zum Anlass nehmen, die spezifischen Bedarfsfelder näher zu betrachten, Ansätze für Versorgungskonzepte vorzustellen und gemeinsam mit Ihnen kritisch zu diskutieren, wie eine psychotherapeutische Versorgung integraler Bestandteil von Intensivmedizin werden kann. Wir würden uns sehr freuen, Sie dazu im Oktober begrüßen zu dürfen.

Weitere Informationen zur Anmeldung und zum Programm finden Sie hier.

Ihre L. Erdur M. Rose K.-U. Eckardt

Psychosoziales Versorgungsteam

Team

Mitarbeiter*innen auf den COVID - Intensivstationen

Dipl. - Psych. Katharina Albrecht

M.Sc. Psych. Christine Claaß

Dr. rer. medic. Dipl.- Psych. Laurence Erdur

M.Sc. Psych. Fabiola Henrike Heuer

Dr. phil. Dipl.-Psych. Charlotte Jaite

M.Sc. Psych. Julia Kirschbaum

Dipl.-Psych. Theresa Kleih

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Johanna Kues

M.Sc. Psych. Laetitia Morentz

M. Sc. Psych. Antonia Norden

Dipl.-Psych. Monika Oedekoven

M.Sc. Psych. Inga-Johanna Putz

M. Sc. Psych. Katrin Schürmann

Dr. rer. biol. Dipl.- Psych. Karin Vitzthum

M. Sc. Psych. Theresa Wong

 

Mitarbeiter*innen auf den COVID-Stationen

Carsten Becker

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych Anne Guhn

Dr. med. Sabine Sayegh-Jodehl

Dr. rer. biol. Karin Vitzthum

M. Sc. Psych. Theresa Wong

 

 

 

Struktur

Die teamintegrierten Psychologinnen bilden sich in regelmäßig stattfindenden klinikinternen Fortbildungen weiter. Inhaltlich umfassen diese die Bereiche Notfallpsychologie/Krisenintervention, Palliativ-psychologie (Umgang mit Tod und Sterben), Basiswissen Intensivmedizin sowie kultursensible Kommunikation. Darüber hinaus finden wöchentliche Supervisionen und Dienstbesprechungen statt.


"Ich schaffe Kommunikations-Brücken, zwischen Patient*innen, Angehörigen und Mitarbeiter*innen, damit alle sich ausdrücken, sich mitteilen und irgendwann Worte finden können für das, was sie bewegt."

                                                                                                                                                     - Dr. rer. medic. Dipl.- Psych. Laurence Erdur

„Ich unterstütze unsere Patient*innen dabei, das Erlebte auszuhalten, einzuordnen und zu verarbeiten.“

                                                                                                                                                    - M.Sc. Psych. Julia Kirschbaum

„Äußere räumliche / medizinisch notwendige Isolation wirkt sich auch nach innen (somit psychisch) aus.“ 

                                                                                                                                                     - Dr. med. Sabine Sayegh-Jodehl

"Selbst wenn der Körper sich nach der Behandlung erholt, die Psyche ist oft noch lange danach betroffen - durch eine psychische Begleitung wollen wir dem vorbeugen."

                                                                                                                                                 
"Eine Intensivstation ist ein komplexes System - daher sind wir für alle Beteiligten da: Patient*innen, Angehörige und das Team."

                                                                                                                                                   - M. Sc. Psych. Katrin Schürmann

"In der Psychosomatik wissen wir schon lange, dass Körper und Seele zusammengehören. Das wird bei einer Intensivbehandlung besonders deutlich." 

                                                                                                                                                  - Dipl.- Psych. Katharina Albrecht

"Wir entlasten die Stationsteams in Zeiten außergewöhnlicher Anforderungen."

                                                                                                             - Dr. rer. biol. Dipl.- Psych. Karin Vitzthum

                                                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                                               


Evaluation

Das Evaluationskonzept ist derzeit in Begutachtung und wird demnächst an dieser Stelle veröffentlicht.

Kontakt Psychosoziale Notfallversorgung & Psychosoziales Versorgungsnetzwerk